Bei einem Webflow-Projekt hast du grundsätzlich zwei Modelle zur Auswahl: einen Freelancer, der dein Projekt allein und direkt mit dir umsetzt, oder eine Agentur, die mit einem Team aus mehreren Spezialisten arbeitet. Freelancer sind meist schneller, direkter und günstiger bei klar umrissenen Projekten. Agenturen bringen mehr Kapazität, parallele Arbeitsstränge und eine strukturierte Projektleitung mit – zu einem entsprechend höheren Preis. Welches Modell passt, hängt vor allem von der Grösse und Komplexität deines Projekts ab.
Was ist der Unterschied zwischen Freelancer und Agentur überhaupt?
Ein Webflow-Freelancer ist eine einzelne Fachperson, die dein Projekt von der Konzeption bis zum Launch selbst umsetzt – Design, Development und oft auch SEO aus einer Hand. Eine Webflow-Agentur ist ein Team aus mehreren Spezialisten, typischerweise mit eigener Projektleitung, die Design, Development und weitere Disziplinen auf verschiedene Personen verteilt.
Interessant dabei: Webflow selbst unterscheidet in seinem Certified-Partner-Programm gar nicht zwischen Freelancer und Agentur – über 1'200 Partner, ob Einzelperson oder Team, werden nach denselben Kriterien geprüft und zertifiziert. Das Zertifikat allein sagt dir also noch nicht, wen du vor dir hast – das ist eine separate Entscheidung.
Wann ein Freelancer die richtige Wahl ist
Ein Freelancer eignet sich besonders gut, wenn dein Projekt klar umrissen ist und du eine einzelne, direkte Ansprechperson willst, die das Projekt von Anfang bis Ende selbst betreut:
- Neuer Webflow-Website-Launch mit klarem Umfang (Design, Development, SEO-Grundlagen)
- Migration von WordPress, Wix oder einem anderen System auf Webflow
- CMS-Aufbau für Blog, Projekte oder andere strukturierte Inhalte
- Laufende Betreuung – Updates, kleinere Anpassungen, SEO/AEO-Optimierung
Der grösste praktische Vorteil: Es gibt keine Weitergabe des Briefings von Vertrieb an Projektleitung an Umsetzung. Du sprichst direkt mit der Person, die den Code schreibt und die Entscheidungen versteht, die du triffst.
Wann eine Agentur mehr Sinn macht
Das heisst nicht, dass ein Freelancer immer die bessere Wahl ist. Für bestimmte Projekte ist eine Agentur tatsächlich die passendere Lösung:
- Grosse, mehrstufige Rebrandings mit vielen Stakeholdern auf Kundenseite
- Projekte, die mehrere Spezialisten gleichzeitig brauchen – z.B. Motion Design, Copywriting, Tracking-Spezialist, Development parallel
- Enge, feste Deadlines bei grossem Umfang, wo mehrere Personen parallel arbeiten müssen, um die Zeit einzuhalten
Wenn dein Projekt diese Kriterien erfüllt, ist eine Agentur oft die richtige Wahl – auch wenn das für mich als Freelancer bedeutet, dass ich in diesem Fall nicht der passende Partner bin.
Kommunikation: Direkt vs. über mehrere Ebenen
Bei einer Agentur läuft die Kommunikation häufig über eine Projektleitung oder einen Account Manager, der zwischen dir und der eigentlichen Umsetzung steht. Nicht selten wechseln während eines Projekts sogar mehrere Ansprechpersonen: im Erstgespräch jemand aus dem Sales-Team, in der Umsetzung ein anderes Teammitglied, bei Rückfragen wieder jemand Drittes. Das hat Vorteile – klare Prozesse, feste Zuständigkeiten – aber auch einen Nachteil: Jede Weitergabe eines Briefings ist eine mögliche Fehlerquelle, und je mehr Personen involviert sind, desto grösser das Risiko, dass auf dem Weg etwas verloren geht.
Bei einem Freelancer entfällt diese Weitergabe komplett. Die Person, die mit dir spricht, ist über das ganze Projekt hinweg dieselbe, die auch in Webflow umsetzt. Rückfragen werden direkt geklärt, ohne Umweg.
Kosten: Woher der Preisunterschied wirklich kommt
Der Preisunterschied zwischen Freelancer und Agentur ist meistens keine Frage der reinen Umsetzungsqualität, sondern der Struktur dahinter. Eine Agentur kalkuliert in ihrem Stundensatz zwangsläufig mehr ein als nur die eigentliche Projektarbeit: Projektleitung, Büroinfrastruktur, Vertrieb, mehrere Gehälter und die Marge des Unternehmens. In der Praxis heisst das: Für ein vergleichbares Webflow-Projekt ist eine Agentur oft einiges teurer als ein Freelancer – nicht, weil die Arbeit besser wäre, sondern weil mehr Struktur mitfinanziert wird.
Ein Freelancer trägt diese Fixkosten nicht in derselben Grössenordnung. Der Stundensatz spiegelt primär die eigentliche Arbeit wider, nicht die Organisation drumherum.
Woran du die Qualität erkennst – unabhängig vom Modell
Egal ob Freelancer oder Agentur: Die folgenden Punkte solltest du vor einer Zusammenarbeit prüfen.
- Ein Webflow-Badge ist leider kein Qualitätssiegel: Ein Zertifikat (Expert Exam, CMS Exam, Certified/Premium Partner) bestätigt eine bestandene Prüfung – es sagt nichts darüber aus, ob das Backend sauber und wartbar aufgebaut ist. Verlass dich nicht allein auf das Badge.
- Frag immer nach dem Backend und dem Naming-System: Wie ist das CMS strukturiert? Welches Klassen-Naming-System wird verwendet – Client-First, Lumos, Mast, oder gar keins? Genau hier entscheidet sich, wie einfach sich die Website später warten und erweitern lässt. Die häufigsten Fehler, die an dieser Stelle entstehen, habe ich in einem eigenen Artikel gesammelt.
- Wirf unbedingt einen Blick in ein bestehendes Projekt: Wird da mit "grünen" Components mehrheitlich gearbeitet, oder herrscht da Chaos?
- Portfolio mit echten Projekten: Frag nach 2–3 konkreten, live geschalteten Websites – nicht nur nach Screenshots oder Templates.
- Referenzen, die du direkt kontaktieren kannst: Ein seriöser Partner vermittelt dir Kontakt zu früheren Kunden, ohne zu zögern.
Checkliste: 5 Fragen, die dir bei der Entscheidung helfen
- Wie viele Personen brauchen gleichzeitig Zugriff auf das Projekt? Nur du und dein Team → Freelancer reicht meist. Mehrere Abteilungen mit eigenen Anforderungen → Agentur ist oft strukturierter.
- Wie klar ist der Projektumfang bereits definiert? Klarer, abgegrenzter Scope → Freelancer. Offener, sich entwickelnder Scope mit vielen Iterationsrunden → Agentur.
- Brauchst du mehrere Spezialdisziplinen gleichzeitig? Z.B. aufwendiges Motion Design, Copywriting und Development parallel → eher Agentur.
- Wie wichtig ist dir ein einzelner, durchgängiger Ansprechpartner? Sehr wichtig → Freelancer. Weniger relevant, dafür feste Prozesse gewünscht → Agentur.
- Wie ist dein Budget strukturiert? Ein klar kalkulierbares Projektbudget für einen definierten Umfang → Freelancer. Ein grösseres, auf mehrere Monate verteiltes Budget mit Reserve für Änderungen → Agentur.
Was das für dein Webflow-Projekt konkret bedeutet
Ich arbeite als zertifizierter Webflow Professional Partner allein und direkt mit meinen Kunden – ohne Account Manager dazwischen. Das bedeutet: Was du in einem Gespräch besprichst, setze ich selbst um, ohne dass Informationen auf dem Weg verloren gehen. Für ein durchdacht aufgebautes CMS, eine SEO-optimierte Struktur oder eine Migration von einem anderen System ist das oft genau das, was ein Projekt schneller und reibungsloser macht.
Konkret sieht meine Arbeitsweise so aus: Ich baue jede Website mit einem klaren Framework (Lumos) auf, dokumentiere die Struktur nachvollziehbar und sorge dafür, dass du oder ein späterer Entwickler die Website auch ohne mich verstehen und weiterführen kann. Das ist mir wichtig, weil genau das bei Freelancer-Projekten manchmal zu kurz kommt.
Wenn dein Projekt hingegen mehrere Spezialisten gleichzeitig, eine grössere Kapazität oder eine strukturierte Projektleitung für viele Stakeholder braucht, ist eine Agentur ehrlicherweise die passendere Wahl – und das sage ich dir lieber jetzt, als dir ein Projekt zu verkaufen, das nicht zu meinem Arbeitsmodell passt.
Andere gute Anlaufstellen
Falls du nach diesem Artikel merkst, dass ein anderes Setup besser zu dir passt, hier ein paar ehrliche Empfehlungen – unabhängig davon, ob sie zu meinem Arbeitsmodell passen:
Freelancer: Neben mir kann ich Christian Schmitt empfehlen – Webflow- und SEO-Experte mit Fokus auf Performance und Accessibility.
Agenturen: Für grössere Projekte mit mehr Kapazitätsbedarf sind MakeBuild und Code & Wander gute Adressen – beide erfahrene Webflow-Partner-Agenturen.
Passt dein Projekt zum Freelancer-Modell? Lass uns in einem kostenlosen Erstgespräch darüber sprechen, was für deine Webflow-Website konkret sinnvoll ist.




